HU und AU in Deutschland erklärt: Alles, was Autofahrer wissen müssen

Wer in Deutschland ein Fahrzeug besitzt, kommt an der HU und AU nicht vorbei. Die regelmäßige Fahrzeugprüfung dient nicht nur der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, sondern trägt maßgeblich zur Verkehrssicherheit und zum Umweltschutz bei.
Kategorie
TÜV & Legal Germany
Aktualisiert
Juni 2026
Praxis-Hinweis
Rechtliche Fahrzeugtermine sind einfacher zu managen, wenn Datum, Dokument und Folgeaufgaben an derselben Stelle sichtbar bleiben.
Trotzdem herrscht bei vielen Fahrzeughaltern Unsicherheit: Wann ist die nächste Prüfung fällig? Was wird kontrolliert? Welche Kosten entstehen? Und was passiert, wenn man den TÜV-Termin verpasst?
In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles Wichtige über HU und AU in Deutschland – von den gesetzlichen Grundlagen über Kosten und Fristen bis hin zu praktischen Tipps für eine erfolgreiche Prüfung beim ersten Versuch.
Looking for the English version? Read our guide: HU and AU Explained: What German Car Owners Should Know.
Was ist der Unterschied zwischen HU und AU?
Die Hauptuntersuchung (HU) prüft, ob ein Fahrzeug verkehrssicher ist und den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Die Abgasuntersuchung (AU) kontrolliert die Emissionswerte des Fahrzeugs. Die AU ist heute Bestandteil der Hauptuntersuchung, wird jedoch weiterhin häufig als eigenständiger Prüfschritt bezeichnet. Beide Prüfungen sind für die meisten Fahrzeuge in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.
Behalten Sie den nächsten Fahrzeugtermin ohne Papierchaos im Blick.
Fahrnex verbindet Erinnerungen, Dokumente und Servicehistorie, damit Prüftermine und Wartung nicht erst im letzten Moment sichtbar werden.
Kostenlos registrierenWas bedeuten HU und AU?
Was ist die Hauptuntersuchung (HU)?
Die Hauptuntersuchung (HU) ist eine gesetzlich vorgeschriebene Fahrzeugprüfung gemäß §29 StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung).
Ziel der Untersuchung ist es festzustellen, ob ein Fahrzeug:
- verkehrssicher ist
- den gesetzlichen Vorschriften entspricht
- keine erheblichen technischen Mängel aufweist
- sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann
Nach erfolgreicher Prüfung erhält das Fahrzeug eine neue TÜV-Plakette auf dem hinteren Kennzeichen.
Die HU wird nicht ausschließlich vom TÜV durchgeführt. Auch andere zugelassene Prüforganisationen dürfen die Untersuchung vornehmen. Wer die Fahrzeugidentität vorab prüfen möchte, kann die Fahrgestellnummer kostenlos prüfen.
Dazu gehören:
- TÜV
- DEKRA
- GTÜ
- KÜS
Der Begriff „TÜV“ wird umgangssprachlich häufig synonym für die Hauptuntersuchung verwendet.
Was ist die Abgasuntersuchung (AU)?
Die Abgasuntersuchung (AU) überprüft die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeugs.
Dabei werden unter anderem kontrolliert:
- Abgaswerte
- Partikelemissionen
- Funktion des Katalysators
- Funktion des Dieselpartikelfilters
- Motormanagementsysteme
- OBD-Diagnosedaten
Ziel ist es sicherzustellen, dass Fahrzeuge die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte einhalten.
Moderne Fahrzeuge werden häufig über die On-Board-Diagnose (OBD) geprüft, wodurch Fehler im Abgassystem schnell erkannt werden können.
Warum werden beide Begriffe oft zusammen genannt?
Bis 2010 wurden HU und AU häufig als zwei getrennte Prüfungen wahrgenommen.
Heute ist die AU in die Hauptuntersuchung integriert. Dennoch hat sich die Bezeichnung „HU/AU“ im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.
Viele Fahrzeughalter sprechen weiterhin von:
- TÜV
- TÜV-Prüfung
- HU/AU
- TÜV-Termin
Gemeint ist meist die gesetzlich vorgeschriebene Fahrzeugprüfung insgesamt.
Welche Fahrzeuge müssen zur HU und AU?
Pkw
Private Pkw müssen erstmals drei Jahre nach Erstzulassung zur Hauptuntersuchung.
Danach gilt:
- Erste HU: nach 36 Monaten
- Danach: alle 24 Monate
Dies betrifft sowohl Benziner als auch Dieselfahrzeuge.
Motorräder
Motorräder unterliegen ebenfalls der Hauptuntersuchung.
Fristen:
- Erste Prüfung nach 24 Monaten
- Danach alle 24 Monate
Bei Motorrädern stehen insbesondere Bremsen, Beleuchtung und Fahrwerk im Fokus.
Nutzfahrzeuge
Für Nutzfahrzeuge gelten teilweise kürzere Prüfintervalle.
Je nach Fahrzeugklasse können zusätzliche Sicherheitsprüfungen erforderlich sein.
Unternehmen sollten deshalb die jeweiligen Prüfpflichten genau dokumentieren.
Firmenfahrzeuge
Firmenwagen und Flottenfahrzeuge unterliegen denselben gesetzlichen Anforderungen wie Privatfahrzeuge.
Da versäumte Prüfungen schnell zu Ausfallzeiten und zusätzlichen Kosten führen können, setzen viele Fuhrparkmanager auf digitale Erinnerungs- und Dokumentationssysteme.
Wie läuft eine HU/AU-Prüfung ab?
Viele Fahrzeughalter fragen sich, was bei der Prüfung tatsächlich kontrolliert wird.
Die Untersuchung umfasst mehrere Bereiche.
Dokumentenprüfung
Der Prüfer kontrolliert unter anderem:
- Zulassungsbescheinigung Teil I
- Fahrzeugidentität
- Kennzeichen
- Fahrgestellnummer
Sicherheitsprüfung
Anschließend erfolgt die technische Prüfung wichtiger Sicherheitskomponenten.
Bremsen
Kontrolliert werden:
- Bremswirkung
- Bremsleitungen
- Bremsflüssigkeit
- Feststellbremse
Mängel an der Bremsanlage zählen zu den häufigsten Gründen für das Nichtbestehen.
Beleuchtung
Geprüft werden:
- Abblendlicht
- Fernlicht
- Blinker
- Bremslichter
- Nebelschlussleuchte
- Kennzeichenbeleuchtung
Bereits eine defekte Glühlampe kann beanstandet werden.
Reifen
Der Prüfer kontrolliert:
- Profiltiefe
- Reifenzustand
- Beschädigungen
- Reifendimensionen
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm.
Empfohlen werden jedoch mindestens 3 mm.
Fahrwerk und Lenkung
Hier werden geprüft:
- Stoßdämpfer
- Achsen
- Lager
- Spurstangen
- Lenkung
Defekte Fahrwerkskomponenten können die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen.
Emissionen
Im Rahmen der AU werden die Emissionswerte überprüft.
Besonderes Augenmerk liegt auf:
- Dieselfahrzeugen
- Fahrzeugen mit hoher Laufleistung
- Fahrzeugen mit Motorkontrollleuchte
Was kostet HU und AU in Deutschland?
2Besonders für Firmenwagen-Nutzer, Fuhrparkmanager und Besitzer mehrerer Fahrzeuge reduziert dies das Risiko verpasster Prüfungen erheblich.
Fazit
HU und AU in Deutschland sind zentrale Bestandteile der gesetzlichen Fahrzeugprüfung. Sie sorgen für mehr Verkehrssicherheit, geringere Umweltbelastungen und die Einhaltung der Vorschriften nach §29 StVZO.
Wer Fristen im Blick behält, sein Fahrzeug regelmäßig wartet und und Fahrzeugdaten sauber dokumentiert, vermeidet unnötige Kosten. Hilfreich ist dabei auch eine strukturierte Übersicht über die Fahrzeughistorie und die Möglichkeit, die Fahrgestellnummer kostenlos zu entschlüsseln..
Mit Fahrnex behalten Sie Wartungen, Dokumente und TÜV-Termine jederzeit im Blick.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft muss man zur HU in Deutschland?
Private Pkw müssen erstmals drei Jahre nach der Erstzulassung zur Hauptuntersuchung. Anschließend erfolgt die Prüfung alle zwei Jahre. Für Motorräder gelten in der Regel zweijährige Intervalle. Bestimmte Nutzfahrzeuge unterliegen kürzeren Prüfzyklen. Die genaue Frist ist auf der TÜV-Plakette und in den Fahrzeugunterlagen ersichtlich.
Ist die AU noch Pflicht?
Ja. Die Abgasuntersuchung ist weiterhin gesetzlich vorgeschrieben. Sie wird heute als Bestandteil der Hauptuntersuchung durchgeführt. Dabei werden die Emissionswerte des Fahrzeugs kontrolliert und geprüft, ob die geltenden Umweltstandards eingehalten werden.
Was kostet eine Nachprüfung?
Die Kosten für eine Nachprüfung liegen üblicherweise zwischen 15 und 40 Euro. Die genaue Höhe hängt von der Prüforganisation, dem Fahrzeugtyp und dem Umfang der festgestellten Mängel ab.
Wie lange darf man den TÜV überziehen?
Rechtlich sollte die Hauptuntersuchung fristgerecht durchgeführt werden. Je länger die Frist überschritten wird, desto höher fallen mögliche Bußgelder aus. Ab einer erheblichen Überziehung können zusätzliche Prüfkosten und Punkte in Flensburg drohen.
Kann man ohne gültige HU fahren?
Das Fahrzeug bleibt grundsätzlich zugelassen. Allerdings begeht der Halter eine Ordnungswidrigkeit. Zudem können bei Kontrollen Bußgelder verhängt werden. Werden technische Mängel festgestellt, kann die Weiterfahrt untersagt werden.
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