HU und AU in Deutschland erklärt: Alles, was Autofahrer wissen müssen
Die Hauptuntersuchung (HU) prüft die Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs, während die Abgasuntersuchung (AU) die Emissionswerte kontrolliert. Die AU ist heute Teil der HU. Beide Prüfungen sind für die meisten Fahrzeuge in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und müssen regelmäßig durchgeführt werden.
Von der Fahrnex Redaktion · Geprüft von Umme Hanna Meskat
Wer in Deutschland ein Fahrzeug besitzt, kommt an der HU und AU nicht vorbei. Die regelmäßige Fahrzeugprüfung dient nicht nur der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, sondern trägt maßgeblich zur Verkehrssicherheit und zum Umweltschutz bei.

Trotzdem herrscht bei vielen Fahrzeughaltern Unsicherheit: Wann ist die nächste Prüfung fällig? Was wird kontrolliert? Welche Kosten entstehen? Und was passiert, wenn man den TÜV-Termin verpasst?
In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles Wichtige über HU und AU in Deutschland – von den gesetzlichen Grundlagen über Kosten und Fristen bis hin zu praktischen Tipps für eine erfolgreiche Prüfung beim ersten Versuch.
Looking for the English version? Read our guide: HU and AU Explained: What German Car Owners Should Know.
Was ist der Unterschied zwischen HU und AU?
Die Hauptuntersuchung (HU) prüft, ob ein Fahrzeug verkehrssicher ist und den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Die Abgasuntersuchung (AU) kontrolliert die Emissionswerte des Fahrzeugs. Die AU ist heute Bestandteil der Hauptuntersuchung, wird jedoch weiterhin häufig als eigenständiger Prüfschritt bezeichnet. Beide Prüfungen sind für die meisten Fahrzeuge in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.
Behalten Sie den nächsten Fahrzeugtermin ohne Papierchaos im Blick.
Fahrnex verbindet Erinnerungen, Dokumente und Servicehistorie, damit Prüftermine und Wartung nicht erst im letzten Moment sichtbar werden.
Kostenlos registrierenWas bedeuten HU und AU?
Was ist die Hauptuntersuchung (HU)?
Die Hauptuntersuchung (HU) ist eine gesetzlich vorgeschriebene Fahrzeugprüfung gemäß §29 StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung).
Ziel der Untersuchung ist es festzustellen, ob ein Fahrzeug:
Nach erfolgreicher Prüfung erhält das Fahrzeug eine neue TÜV-Plakette auf dem hinteren Kennzeichen.
Die HU wird nicht ausschließlich vom TÜV durchgeführt. Auch andere zugelassene Prüforganisationen dürfen die Untersuchung vornehmen. Wer die Fahrzeugidentität vorab prüfen möchte, kann die Fahrgestellnummer kostenlos prüfen.
Dazu gehören:
- TÜV
- DEKRA
- GTÜ
- KÜS
Der Begriff „TÜV“ wird umgangssprachlich häufig synonym für die Hauptuntersuchung verwendet.
Was ist die Abgasuntersuchung (AU)?
Die Abgasuntersuchung (AU) überprüft die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeugs.
Dabei werden unter anderem kontrolliert:
Ziel ist es sicherzustellen, dass Fahrzeuge die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte einhalten.
Moderne Fahrzeuge werden häufig über die On-Board-Diagnose (OBD) geprüft, wodurch Fehler im Abgassystem schnell erkannt werden können.
Warum werden beide Begriffe oft zusammen genannt?
Bis 2010 wurden HU und AU häufig als zwei getrennte Prüfungen wahrgenommen.
Heute ist die AU in die Hauptuntersuchung integriert. Dennoch hat sich die Bezeichnung „HU/AU“ im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.
Viele Fahrzeughalter sprechen weiterhin von:
Gemeint ist meist die gesetzlich vorgeschriebene Fahrzeugprüfung insgesamt.
Welche Fahrzeuge müssen zur HU und AU?
Pkw
Bei einem erstmals zugelassenen privaten Pkw ist die erste HU regelmäßig nach 36 Monaten fällig.
Danach gilt:
Dies betrifft sowohl Benziner als auch Dieselfahrzeuge.
Motorräder
Motorräder unterliegen ebenfalls der Hauptuntersuchung.
Fristen:
Bei Motorrädern stehen insbesondere Bremsen, Beleuchtung und Fahrwerk im Fokus.
Nutzfahrzeuge
Für Nutzfahrzeuge gelten teilweise kürzere Prüfintervalle.
Je nach Fahrzeugklasse können zusätzliche Sicherheitsprüfungen erforderlich sein.
Unternehmen sollten deshalb die jeweiligen Prüfpflichten genau dokumentieren.
Firmenfahrzeuge
Für Firmen- und Flottenfahrzeuge richtet sich das Prüfintervall nach Fahrzeugart, zulässiger Gesamtmasse und Nutzung – nicht danach, wem das Fahrzeug gehört.
Da versäumte Prüfungen schnell zu Ausfallzeiten und zusätzlichen Kosten führen können, setzen viele Fuhrparkmanager auf digitale Erinnerungs- und Dokumentationssysteme.
Wie läuft eine HU/AU-Prüfung ab?
Viele Fahrzeughalter fragen sich, was bei der Prüfung tatsächlich kontrolliert wird.
Die Untersuchung umfasst mehrere Bereiche.
Dokumentenprüfung
Der Prüfer kontrolliert unter anderem:
Sicherheitsprüfung
Anschließend erfolgt die technische Prüfung wichtiger Sicherheitskomponenten.
Bremsen
Kontrolliert werden:
Mängel an der Bremsanlage können die Zuteilung der Prüfplakette verhindern und müssen entsprechend dem Untersuchungsbericht behoben werden.
Beleuchtung
Geprüft werden:
Bereits eine defekte Glühlampe kann beanstandet werden.
Reifen
Der Prüfer kontrolliert:
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm.
Der gesetzliche Grenzwert ersetzt keine Zustandsprüfung: Beschädigung, Alter, Witterung und Einsatzzweck können einen früheren Austausch erforderlich machen.
Fahrwerk und Lenkung
Hier werden geprüft:
Defekte Fahrwerkskomponenten können die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen.
Emissionen
Im Rahmen der AU werden die Emissionswerte überprüft.
Welche Messung oder OBD-Prüfung anzuwenden ist, hängt vom Fahrzeug und den Vorgaben der Anlage VIII/VIIIa StVZO ab. Aktive abgasrelevante Warnanzeigen sollten vor dem Termin fachlich geklärt werden.
Was kostet HU und AU in Deutschland?
Der Preis hängt von Fahrzeugart, Prüforganisation, Standort und zusätzlichen Untersuchungen ab. Weil Tarife geändert werden können, nennt dieser Beitrag keine dauerhaft gültige Preisspanne.
Prüfen Sie vor der Buchung die aktuelle Preisliste der konkreten Prüfstelle und fragen Sie, ob die Untersuchung des Motormanagement-/Abgasreinigungssystems sowie mögliche Nachprüfungen enthalten sind.
Was passiert, wenn man den TÜV überzieht?
Ein versäumter Termin kann teuer werden. Ausführliche Informationen zu möglichen Folgen finden Sie im Beitrag Was passiert bei abgelaufenem TÜV?.
Die Folgen hängen von Fahrzeugart und Dauer der Überschreitung ab. Maßgeblich ist der jeweils aktuelle Bußgeldkatalog; zusätzlich kann bei einer um mehr als zwei Monate verspäteten HU eine vertiefte Untersuchung mit Mehrkosten anfallen.
Zusätzliche Untersuchung
Wird die HU um mehr als zwei Monate überzogen, kann eine vertiefte Prüfung erfolgen.
Dadurch entstehen zusätzliche Kosten.
Nachprüfung
Wer erhebliche Mängel erhält, muss diese innerhalb der vorgegebenen Frist beheben lassen.
Anschließend erfolgt eine Nachprüfung.
Versicherungsrisiken
Eine abgelaufene HU führt nicht automatisch zum Verlust des Versicherungsschutzes.
Kommt es jedoch zu einem Unfall aufgrund bekannter technischer Mängel, können versicherungsrechtliche Probleme entstehen.
Häufige Gründe für das Durchfallen bei der HU
Viele Mängel lassen sich bereits vor dem Termin erkennen.
Zu den häufigsten Beanstandungen zählen:
Defekte Beleuchtung
Bremsprobleme
Reifenmängel
Ölverlust
Schlechte Abgaswerte
So bestehen Sie die HU/AU beim ersten Versuch
Mit einer guten Vorbereitung lassen sich viele Mängel vermeiden.
10 praktische Tipps
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Praxisbeispiel:
Ein Fahrzeughalter bemerkt wenige Tage vor der HU eine ausgefallene Kennzeichenbeleuchtung. Die Reparatur kostet wenige Euro. Ohne Behebung wäre jedoch eine Beanstandung möglich gewesen.
Digitale Fahrzeugverwaltung und TÜV-Erinnerungen
Gerade bei mehreren Fahrzeugen verlieren viele Halter den Überblick über Wartungen und Prüffristen.
Digitale Lösungen wie Fahrnex helfen dabei, wichtige Fahrzeugdaten zentral zu verwalten. Erfahren Sie außerdem, wie Sie Fahrzeugdokumente digital verwalten und wichtige Unterlagen jederzeit griffbereit haben.
Dazu gehören:
Besonders für Firmenwagen-Nutzer, Fuhrparkmanager und Besitzer mehrerer Fahrzeuge reduziert dies das Risiko verpasster Prüfungen erheblich.
Fazit
HU und AU in Deutschland sind zentrale Bestandteile der gesetzlichen Fahrzeugprüfung. Sie sorgen für mehr Verkehrssicherheit, geringere Umweltbelastungen und die Einhaltung der Vorschriften nach §29 StVZO.
Wer Fristen im Blick behält, sein Fahrzeug regelmäßig wartet und Fahrzeugdaten sauber dokumentiert, vermeidet unnötige Kosten. Hilfreich ist dabei auch eine strukturierte Übersicht über die Fahrzeughistorie und die Möglichkeit, die Fahrgestellnummer kostenlos zu entschlüsseln.
Mit Fahrnex behalten Sie Wartungen, Dokumente und TÜV-Termine jederzeit im Blick.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft muss man zur HU in Deutschland?+
Private Pkw müssen erstmals drei Jahre nach der Erstzulassung zur Hauptuntersuchung. Anschließend erfolgt die Prüfung alle zwei Jahre. Für Motorräder gelten in der Regel zweijährige Intervalle. Bestimmte Nutzfahrzeuge unterliegen kürzeren Prüfzyklen. Die genaue Frist ist auf der TÜV-Plakette und in den Fahrzeugunterlagen ersichtlich.
Ist die AU noch Pflicht?+
Ja. Die Abgasuntersuchung ist weiterhin gesetzlich vorgeschrieben. Sie wird heute als Bestandteil der Hauptuntersuchung durchgeführt. Dabei werden die Emissionswerte des Fahrzeugs kontrolliert und geprüft, ob die geltenden Umweltstandards eingehalten werden.
Was kostet eine Nachprüfung?+
Die Kosten für eine Nachprüfung liegen üblicherweise zwischen 15 und 40 Euro. Die genaue Höhe hängt von der Prüforganisation, dem Fahrzeugtyp und dem Umfang der festgestellten Mängel ab.
Wie lange darf man den TÜV überziehen?+
Rechtlich sollte die Hauptuntersuchung fristgerecht durchgeführt werden. Je länger die Frist überschritten wird, desto höher fallen mögliche Bußgelder aus. Ab einer erheblichen Überziehung können zusätzliche Prüfkosten und Punkte in Flensburg drohen.
Kann man ohne gültige HU fahren?+
Das Fahrzeug bleibt grundsätzlich zugelassen. Allerdings begeht der Halter eine Ordnungswidrigkeit. Zudem können bei Kontrollen Bußgelder verhängt werden. Werden technische Mängel festgestellt, kann die Weiterfahrt untersagt werden.
Praxis-Hinweis
Rechtliche Fahrzeugtermine sind einfacher zu managen, wenn Datum, Dokument und Folgeaufgaben an derselben Stelle sichtbar bleiben.
Über diesen Beitrag
Fahrnex Faktencheck
Amtlich geprüft: HU und AU richtig einordnen
Die Redaktion hat Fristen, Untersuchungsumfang, Berichtspflichten und Reifenangaben mit der aktuellen StVZO und dem Bußgeldkatalog abgeglichen. Preise bleiben anbieter- und fahrzeugabhängig.
| Aussage | Amtliche Grundlage | Redaktionelles Ergebnis |
|---|---|---|
| HU-Zweck und AU-Bezug | § 29 sowie Anlage VIII/VIIIa StVZO | HU prüft Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit und Vorschriftsmäßigkeit; das Motormanagement-/Abgasreinigungssystem gehört zum HU-Rahmen, mit geregelten Ausnahmen. |
| Pkw- und Motorradfristen | Anlage VIII Nummern 2.1.1 und 2.1.2 StVZO | Krafträder grundsätzlich 24 Monate; neue Pkw regelmäßig zuerst 36 Monate, danach 24 Monate. Abweichende Fahrzeugarten und Nutzungen separat prüfen. |
| HU-Bericht und Reifen | § 29 Absatz 10 und § 36 Absatz 3 StVZO | Bericht mindestens bis zur nächsten HU aufbewahren; das Hauptprofil benötigt grundsätzlich mindestens 1,6 mm. |
| Überziehung und Kosten | Bußgeldkatalog sowie aktuelle Preislisten der Prüfstelle | Keine statischen Preis- oder Bußgeldtabellen als dauerhaft gültig darstellen; Fahrzeugart, Dauer und aktueller Tarif entscheiden. |
Am 28. August 2026 geprüft
- Alle gesetzlichen Fristen mit Anlage VIII abgeglichen
- AU-Ausnahmen und Untersuchungsrahmen kenntlich gemacht
- Veraltbare Preisangaben entfernt
- Reifenwert und Berichtspflicht mit Primärquellen belegt
Redaktionell geprüft am 28. August 2026. Quellen:
Die Redaktion hat amtliche Quellen und die Fahrnex-Produktlogik abgeglichen. Der Beitrag ersetzt keine technische, rechtliche oder steuerliche Einzelfallberatung.


